Projekt Baudenkmal
Sie sind hier:   Projekt Baudenkmal  Stichwörter  U-Wert

U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient

Der Wärmedurchgangskoeffizient oder der U-Wert (früher K-Wert) ist der Kehrwert des Wärmedurchlasswiderstandes.

U = 1 / RT

U : Wärmedurchgangskoeffizient, U-Wert in [W / m2· K]

RT : Wärmedurchlasswiderstandes in [m2· K / W]

Der U-Wert gibt an, wie viel Energie in Watt, bei einem Temperaturunterschied von einem Grad Celsius, durch ein Bauteil mit einer Fläche von einem Quadratmeter pro Sekunde fließt. Je kleiner der U-Wert um so besser die Wärmedämmeigenschaft des Bauteils. Dabei ist zu beachten, dass der U-Wertes im stationären Zustand berechnet wird, der in der Praxis eigentlich nicht vorkommt. Es werden bei der U-Wert-Berechnung so zum Beispiel die Wärmegewinne durch Solareinstrahlung, die mitunter nicht unerheblich sind, nicht berücksichtigt. Würde man nun eine Wärmedämmung auf der Außenwand anbringen, wäre der rechnerische U-Wert besser, aber die Solargewinne geringer oder gar nicht vorhanden.

Beispiel einer U-Wert-Berechnung :


Schicht
d
Dicke
[m]
λ
Wärmeleitfähigkeit
[W / m· K]
R
Wärmedurchlasswiderstand
[m2· K /W]
Rsi 0,13
Innenputz 0,015 (1,5 cm) 0,70 0,021
Ziegelwand 0,49 (49 cm) 0,52 0,942
Außenputz 0,02 (2 cm) 0,87 0,023
Rse 0,04
RT ges: 1,156
Kehrwert von RT = 1 / RT = U-Wert = 0,865

Denkmal

Der U-Wert sagt nichts darüber aus , wie viel Energie verbraucht wird ! Wird an einem Haus eine Wärmedämmung angebracht (z.B.Wärmedämmverbundsystem) so müsste es ja zu einer Energieeinsparung (teilweise werden hier 50% versprochen) kommen. Leider klagen die Hausbesitzer aber oft, dass gar keine Energie eingespart wird, oder sogar noch mehr verbraucht wird. Hier wird dann entgegengesetzt, dass sich das Verhalten der Bewohner wohl geändert habe, oder es ein besonders kaltes Jahr war.

Somit ist der beste Nachweis an zwei gleichen Häusern mit gleichem Nutzungsverhalten durchzuführen.

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik besitzt seit den 50er Jahren ein Versuchsgelände auf einem ehemaligen Feldflughafen in Holzkirchen bei München. Dort stehen kleine Häuser aus verschiedenen Materialien zu Versuchszwecken. Errechnet wurde die Heizleistung in den Räumen im Januar 1983 [123].

Raum 3 mit einer Ziegelwand 49 cm ohne Dämmung hatte einen U-Wert von 0,46

Raum 4a mit einer Ziegelwand 24 cm und 23 cm Polystyrol Außendämmung hatte einen U-Wert von 0,16.

Das Ergebnis: Trotz des wesentlich besseren U-Wertes von 0,16 [W/m2·K], war für den Raum mit der Dämmung die Heizleistung höher, als für die Ziegelwand ohne Dämmung (und den schlechteren U-Wert von 0,46 [W/m2·K]) !

 


[123] Fraunhofer-Institut für Bauphysik: Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz B Ho 8/83-11; 1983

Seite 59