Projekt Baudenkmal
Sie sind hier:   Projekt Baudenkmal  Stichwörter  Hydrophobierung

Hydrophobierung Hydrophobizität

Hydrophobierung ist die Verhinderung des kapillaren Wassertransportes in Baustoffen, eine Imprägnierung.

Beispiel Fassade: Die Hydrophobierung verhindert ein Eindringen von Wasser (Regen) in eine Außenwand. Die Fassade sollten porig sein und vorher gereinigt werden und trocken sein, damit das Hydrophobiermittel in die Poren eindringen kann. Es wird von oben nach unten zweimal nass in nass aufgetragen. Hydrophobiermittel sind Siliconharze, Silane, Siloxane und Kieselsäureverbindungen mit Lösungsmitteln, die die Poren und Kapillaren der Fassade auskleiden [88, Seite 113]. Nach Verdunstung der Lösungsmittel hebt die zurückbleibende dünne Schicht die Benetzbarkeit der Porenwandungen auf.

Frostschäden durch Hydrophobierung

Durch Hydrophobierung kann eine Wand auch geschädigt oder zerstört werden, wenn Wasser in die Wand eindringt, durch feine Risse in der Außenhaut, Fehlstellen im Fugenmörtel oder an den Fugenflanken. Die Mauersteine saugen das Wasser auf, können es aber durch die Hydrophobierung nicht schnell genug wieder abgeben. Es kommt zur Wasseransammlung hinter der imprägnierten Oberfläche. Bei Frost führt dies zu Absprengungen an den Ziegeln.

Bei der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche in Bremerhaven wurde 1973 eine Hydrophobierung vorgenommen die Anfang der 1980er Jahre zu weiteren größeren Schäden führte. Darauf hin wurde eine weitere Hydrophobierung durchgeführt, die jedoch bis 1987 zu weiteren dramatischen Schäden führte [109d, Seite 13].

Bei der Kirche "Maria, Hilfe der Christen" in Stadtbergen hat die angesammelte Feuchtigkeit nach einer Hydrophobierung auch zur Zersetzung des Lagermörtels und zum Herausschieben des Fugenmörtels geführt [90, Seite 403]. Das Mauerwerk hat sich stellenweise aufgelöst und war nicht mehr zu retten.

Feuchtigkeit kann sich auch durch Kondensations- oder Diffusionsvorgänge aus dem Gebäudeinneren hinter der imprägnierten Oberfläche ansammeln und bei Frost zu Abplatzungen führen [89, Seite 130].


[89] Helmut Klaas, Erich Schulz: Schäden an Außenwänden aus Ziegel- und Kalksandstein-Verblendmauerwerk; IRB Verlag Stuttgart 1995; ISBN: 3-8167-4152-5

[90] Helmut Venzmer (Hrsg.) : Europäischer Sanierungskalender 2009; Verlag Bauwesen Berlin 2009; ISBN 978-3-410-16871-3

[109d] Georg Skalecki: Denkmalpflege in Bremen 4; Edition Temmen Bremen 2007; ISBN: 3-86108-567-6

Seite 39