Projekt Baudenkmal

Kalksinterwasser

Als Kalksinterwasser bezeichnet man das Wasser, dass sich nach dem Löschen von Kalk über dem Sumpfkalk bildet. Da das Wasser Calciumhydroxid aus dem Sumpfkalk enthält und die obere Schicht des Wassers mit Luft in Berührung kommt, bildet sich durch Karbonatisierung eine dünne transparente Calciumcarbonatschicht auf dem Wasser. Ein Liter Kalksinterwasser enthält ca. 1,6 g Calciumhydroxid Ca(OH)2.

Kalksinterwasser wird verwendet für:

die Festigung kalkgebundener Anstriche und Kalkmalereien, sowie zum Festigen kreidender Kalkanstriche

die Zubereitung für Kalklasurfarbenanstriche.

die Nachbehandlung bei Sumpfkalkanstrichen.

das Vornässen saugenden Untergründen vor Putzarbeiten oder Kalktünchen

die Festigung von Natursteinen.

Der Arbeitsvorgang für die Festigung von Natursteinen wurde wie folgt durchgeführt: Steine vornässen und mit Kalksinterwasser Einsprühen. Vorgang des Einsprühens solange wiederholen, solange die Oberfläche noch Wasser aufsaugt. (z.B.40 mal innerhalb mehrerer Tage). Zwischen den Arbeitsgängen darauf achten, das kein überschüssiges Kalksinterwasser auf der Oberfläche verbleibt, da durch die Karbonatisierung auf der Oberfläche beim nächsten Arbeitsgang kein Kalksinterwasser mehr eindringen kann. Ob die Verfestigung von Natursteinen erfolgreich ist, ist fragwürdig. Behandlungen von Naturstein, die in den 50er Jahren mit Kalksinterwasser durchgeführt wurden, um diesen zu festigen, zeigten langfristig keinen Erfolg, teilweise kam es sogar zu Schäden.[1]

 


[1] Hartleitner, W.; Lamprecht, L.; Quelle: Restauro, 1996; ISSN: 0933-4017; IRB-Bibliothek: DEIRB Z 1681

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