Projekt Baudenkmal
Sie sind hier:   Projekt Baudenkmal  Stichwörter  Emplekton

Emplekton, Emplecton

Emplekton [91, Seite 55] - Bild anklicken zum Vergrößern

Emplekton ist ein Gussmauerwerk. Die beiden äußeren Mauer-Schalen werden zuerst gemauert und der Zwischenraum mit unbearbeiteten Steinstücken und Mörtel gefüllt. Damit das Ganze besser zusammenhält werden in Abständen lange Bindesteine, die von einer zur anderen Seite gehen und die man Diatonous (in der Abbildung rötlich gefärbt) nennt, eingefügt [26, Seite 225].

Vitruv schrieb in seinem 2. Buch Kapitel 8 über das Emplekton, dass die Römer das Mauerwerk nicht so ordentlich ausführen wie die Griechen. Die Römer mauern dünne Außenschichten und füllen den Innenraum aus, wie in der Abbildung oben., dadurch erhält man praktisch drei parallele Wände, zwei Futterwände und eine innere Gusswand. Die Griechen mauern dagegen wie in der Abbildung unten und fügen auch die Bindesteine (in der Abbildung rötlich gefärbt) ein. Dadurch sind diese Wände wesentlich dauerhafter [91, Seite 56].

Diamikton, Diamycton, Diamykton

Diamikton - Bild anklicken zum Vergrößern [92, Seite 21]
Diamikton

Eigentlich heißt das oben beschriebene Emplekton Diamycton (Füllwerk oder polnischer Verband) [92, Seite 18]. Ein Emplekton hat nur eine gemauerte Seite, während die andere Seite mit der Gussfüllung direkt an einem Felsen oder an das Erdreich grenzt. Wenn beide Seiten gemauert sind und frei und isoliert stehen handelt es sich um ein Diamykton.


[26] Dr.C.L. Stieglitz: Die Baukunst der Alten; Breitkopf und Härtel Leipzig 1796

[91] Dr.Franz Reber : Des Vitruvius Zehn Bücher über Architektur; Krais & Hoffmann Stuttgart 1865

[92] Ludwig Förster : Literatur- und Anzeigenblatt für das Baufach Erster Band; Verlag von Ludwig Förster’s artistischer Anstalt Wien 1842

Seite 120