Projekt Baudenkmal

Carbonatisierung

Luft-Kalkmörtel erhärtet durch Aufnahme und Bindung von Kohlendioxid aus der Luft. Dieser Vorgang heißt Carbonatisierung (Karbonatisierung). Für die Carbonatisierung ist auch 1% bis 6% Wasser erforderlich, bei zu viel Wasser oder zu wenig Wasser findet keine Carbonatisierung statt. Durch abwechselndes Anfeuchten und Austrocknen oder einfaches Aussetzen der Witterung erhält der Kalkmörtel eine höhere Festigkeit [40]. Bei der Carbonatisierung verbinden sich zunächst das Wasser (H2O) und das Kohlendioxyd (CO2) zur Kohlensäure:

H2O + CO2 = H2CO3

Danach bildet sich aus dem Löschkalk oder Kalkhydrat (Ca(OH)2) in Verbindung mit der Kohlensäure (H2CO3) der Kalkstein:

Ca(OH)2 + H2CO3 = CaCO3 + 2H2O

Der Umwandlungsprozess spielt sich bei reinem Luftkalk nur langsam ab. Bei dicken Mauern wird der Zugang von Kohlendioxid durch die, nach außen liegende schon erhärtete Schicht, zusätzlich erschwert. So findet man auch nach 100 Jahren in sehr dicken Mauern noch Kalkhydrat [40, Seite 81].


[44] Heinrich Burchartz: Luftkalke und Luftkalkmörtel; Verlag von Julius Springer 1908

Seite 101