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Title: Schloss Fürstenstein
Untertitel: Baudenkmäler
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Schloss Fürstenstein

Abb.1: Schloss Fürstenstein [135h] - Bild anklicken zum Vergrößern
Schloss Fürstenstein

Das Schloss Fürstenstein (polnisch: Książ) liegt in Niederschlesien Die Befestigung Fürstenstein diente ursprünglich als Schutzposten des Handlungsweges zwischen Böhmen und den schlesischen Herzogtümern. Über das Baujahr gibt es keine Belege, urkundlich erwähnt wird erstmals im Jahre 1290, als Besitzer der Burg Fürstenstein, der Herzog von Schweidnitz, Bolko I (N15 S.11). Der Herzog von Schweidnitz (polnisch: Świdnica) baute Fürstenstein aus und fügte seinen Namen den Titel "Herren von Fürstenberg" bei. Um 1390 fiel Fürstenberg an die böhmische Krone und nannte sich wieder Fürstenstein. Nach mehrfachen Besitzerwechsel kaufte am 11.Juni 1509 Kunz von Hoberg, Landeshauptmann der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer das Anwesen. Die Besitzer ab 1509 sind nachfolgend aufgelistet [136]:

Besitzer von Schloss Fürstenstein

Schloss Fürstenstein im 2.Weltkrieg

Abb.2: Schloss Fürstenstein - Foto Schmitz 2015 - Bild anklicken zum Vergrößern
Schloss Fürstenstein

Schloss Fürstenstein blieb über 400 Jahre bis zu Beginn des 2. Weltkrieges in Besitz der Familie Hochberg. Unter Conrad Ernst Maximilian erhielt Schloss Fürstenstein seine jetzige Gestalt. Abbildung 1 zeigt das Schloss um 1830. Abbildung 2 zeigt das Schloss im Jahr 2015.

Im zweiten Weltkrieg wurde ab 1942 unter der Leitung der OT ( Organisation Todt, benannt nach dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen und Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft Fritz Todt ) begonnen, das Schloss umzubauen, es sollte hier ein neues repräsentatives Führerhauptquartier entstehen. In den über 500 Räumen sollte unter anderem das Oberkommando der Wehrmacht und der Luftwaffe Platz haben.

Abb.3: Bewehrungsstäbe - Foto Schmitz 2015 - Bild anklicken zum Vergrößern
Bewehrungsstäbe

Unter Schloss Fürstenstein wurde auch eine Bunkeranlage gebaut, um vor Bombenangriffen sicher zu sein. Die unterirdische Stollenanlage sollte über einen Fahrstuhl und ein Treppenhaus erreichbar sein. Der Rohbau des Treppenhauses und des Fahrstuhlschachtes, über den die unterirdische Stollenanlage in 50 Meter Tiefe erreichbar sein sollte, wurden kurz vor Kriegsende im Rohbau fertiggestellt. Noch heute sind im Innenhof des Schlosses die Spuren der Bautätigkeit, wie Abbildung 3 zeigt, zu sehen: zwei Betonkonsolen und Bewehrungseisen. Die unterirdische Stollenanlage sollte eine Bahnanbindung besitzen und gehört zum Geheimprojekt "Riese".


[135h] Alexander Duncker: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preussischen Monarchie, Achter Band; Verlag von Alexander Dunker Berlin 1865-1866

[N15] W. John Koch: Schloss Fürstenstein: Erinnerungen an einen schlesischen Adelssitz; Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn 1989; ISBN: 978-3-8705-7138-2

[136] A. Zemplin: Fürstenstein in der Vergangenheit und Gegenwart; Verlag Josef Mar und Komp. Breslau 1838

 


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